Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

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Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von Dörrer » 16.06.2018, 14:33

Hallöchen,

die paroxysmale Dyskinesie gehört per Definition nicht zum klassischen Bild einer Epilepsie. Trotzdem wird sie von den meisten TÄ als solche eingestuft - und noch schlimmer - wie eine solche behandelt :wallb: , obwohl nicht gesichert ist, dass Antiepileptika hier greifen. Phenobarbital steht laut einer Studie im Verdacht, diese Art der Dyskinesie auszulösen.

Falls sich jemand dafür interessieren sollte, so sind unter "paroxysmal dyskinesia dog" Videos auf Youtube zu finden.

Vor ein paar Jahren wurde sie nur dem Border Terrier zugeschrieben (CECS); inzwischen sind jedoch zahlreiche Rassen betroffen. Es lohnt sich daher eventuell, die Anfallsart mit dem seines eigenen Hundes zu vergleichen und den Verdacht seinem Neurologen gegenüber zu äußern.

PD ist nicht lebensbedrohlich oder lebenslimitierend. Sie führen ein erfülltes, glückliches Leben.
Zitat: "Dogs are completely normal between episodes and show no problems until the next episode
occurs. Frequency, severity and episode length can vary dramatically between dogs, but also in
individuals. Importantly, PD is not thought to be life threatening or influence life expectancy, with
affected dogs often living long, full lives....
Prognosis
As mentioned, a dog with PD or CECS is an otherwise happy dog other than when episodes are
seen. Life expectancy is not reduced..."
Qu.: https://www.vettimes.co.uk/app/uploads/ ... ndrome.pdf

(Ich hoffe, dieses Thema ist in der richtigen Rubrik, ansonsten bitte verschieben oder löschen.)
Zuletzt geändert von Dörrer am 06.12.2018, 23:57, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Jutta
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Re: Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von Moni » 13.09.2018, 22:15

Hallo,
ich habe einen Hund bei dem diese Diagnose gestellt wurde. Trotzdem wird er mit Epilepsie Medikamenten behandelt, weil weder Diamox noch Fluoxetin Wirkung gezeigt haben. Momentan steht Luminal zur Diskussion, aber die Angst vor den Nebenwirkungen hält mich noch davon ab es ihm zu geben.
Ich brauche dringend Informationen was in einem solchen Fall sinnvoll ist.
LG Moni
Peppi, geb. 1.4.2013, 9 kg, Havaneser(Mix?)
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Re: Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von Dörrer » 16.09.2018, 12:56

Hallo Moni,

die von Dir genannten Mittel kenne ich leider nicht. Natürlich kann ich Dir auch keine Empfehlung geben.
Meiner Meinung nach habe ich mir alle im Internet verfügbaren Studien durchgelesen. Ich habe daraus entnommen, dass kein Medikament gegen diese Muskelverkrampfungen hilft. In einer Studie wurde davon abgeraten, Phenobarbital zu verabreichen, weil es bei einem Hund mit Epilepsie zusätzlich PD ausgelöst hat. Kürzlich habe ich eine, aber wirklich nur eine Empfehlung für Phenobarbital gefunden, wenn der Hund "zu viele" (was ist zu viele?) Anfälle bekommt.
Bei meiner Hündin wurden unter Pexion, Phenobarbital und Levetiracetam die Anfälle häufiger, außerdem bekam sie einen Kopftremor, der den ganzen Körper in Mitleidenschaft zog. Nachdem PD dann endgültig diagnostiziert wurde, schlich ich alle Medikamente aus; die Anfälle waren wieder auf dem gleichen Level wie zuvor, und der Kopftremor verschwand.
Nach meiner Erfahrung sollten alle Schilddrüsenwerte und die Herzfrequenz überprüft werden. Seitdem ich diese Parameter endlich mit einem willigen TA ins Auge fassen konnte, hat sich ihr Befinden wesentlich verbessert, obwohl sie nie einen kranken Eindruck machte.
Da ich aus den vorgenannten Studien entnommen habe, dass PD nicht lebensbedrohlich ist, bin ich wesentlich entspannter.
Ich meine, nunmehr auf einem guten Weg mit ihr zu sein. :P
Ein gutes Händchen wünsche ich Dir für Deine weiteren Entscheidungen.
Nachsatz: Bei einigen Hunden (vor allem Border Terrier) scheint sich eine so gut wie kohlenhydratfreie Ernährung als günstig zu erweisen.
Liebe Grüße
Jutta
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Re: Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von Moni » 16.09.2018, 15:00

Hallo Jutta,
endlich mal jemand dessen Hund auch betroffen ist. Im Prinzip bestätigt Du mir meine Beobachtungen! Ich habe nämlich auch den Eindruck das sich die Häufigkeit der Anfälle unter der Medikation verstärkt haben. Zumal sich bei jedem Medikament unschöne Nebenwirkungen gezeigt haben und Peppi 1 kg Gewicht verloren hat.
Bei dem Phenobarbital habe ich ganz arge Bauchschmerzen und werde es nicht geben. Ich hatte mich neulich mit meinem Arzt unterhalten der meine ein PD beim Menschen wird ausschließlich durch die Gabe von Magnesium behandelt. Als ich meinen TA darauf ansprach, meinte er Peppis Magnesiumwert sei in Ordnung. Aber wie ich hier gelesen habe, nehmen sowohl die Krämpfe als auch die Medis einiges an Magnesium in Anspruch. Ich habe gestern bei Futtermedicus Magnesium für Hunde bestellt und wir werden sehen wie es weiter geht.
Morgen werde ich nochmal mit der TÄ von Futtermedicus sprechen, dann kann ich Dir die Infos gerne weitergeben.
Noch vergessen Diamox ist das gängige Mittel bei PD. Alle Blutwerte wurden Ende Juli überprüft, es war alles in Ordnung. Peppi wird mit Frischfleisch und Gemüse ernährt.
LG Moni
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Re: Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von Dörrer » 18.09.2018, 21:15

Gefunden habe, ich dass der Magnesiumwert im Blut nicht aussagekräftig beim Menschen ist.
Dass Diamox beim Hund das gängige Mittel bei PD ist, sehe ich nicht so. Das ist der einzige Link, den ich dazu in Verbindung mit Hunden gefunden habe: https://www.researchgate.net/publicatio ... 7/download Auszug: "Medications such as clonazepam, acetazolamide or fluoxetine can be trialled for PD if episode frequency is not satisfactory"
(Acetozalamide=Diamox)
Nach der Devise: Versuch macht kluch?
Liebe Grüße
Jutta
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Re: Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von Moni » 18.09.2018, 21:47

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Re: Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von Dörrer » 18.09.2018, 22:24

Danke, den Link kenne ich schon, habe doch die letzten Monate nichts anderes gemacht, als mich mit dieser Krankheit zu beschäftigen. Soll ich darüber lachen oder weinen?
Leider hilft uns der Link nicht weiter, da wir beide so gut wie kohlenhydratfrei (lediglich die Kohlenydrate aus Gemüse) füttern. :rolleyes
Aber bitte schick weitere Links; mir kann ja doch etwas durchgeflutscht sein.
Liebe Grüße
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Re: Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von bonny » 06.12.2018, 23:34

Schups!
Jutta, mache Dir ein Lesezeichen dran, dann findest Du es ganz einfach.
LG
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325 mg Libromide tgl. 1 1/4 Tabl ab 10.4.16, 1 1/2 ab 4.6.16,1 3/8 ab 22.7.16,ab 20.11.17 7/8
Taurin, Leberdiät, Pleurotus Pilz

Leve zur Serienunterbrechung
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Re: Differenzialdiagnose "Paroxysmale Dyskinesie"

Beitrag von Dörrer » 06.12.2018, 23:49

Vielen Dank, Marita, dann werde ich es hier einfügen, denn ich finde es sehr wichtig.
Liebe Grüße
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