Mein Leben

Tagebuchauzüge, Berichte und Gedanken

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Doris21781

Mein Leben

Beitrag von Doris21781 » 10.09.2017, 18:29

Ihr Lieben,
wie ihr wisst haben wir den Eddy als Notfallhund dazubekommen.
Jetzt haben wir also drei GSS. Für mich, die ich bis vor kurzem noch Angst vor allen Hunden hatte, ist das wirklich ein Wahnsinssveränderung.
Ich bin glücklich mit den Hunden. Mein Mann auch...
aber ich habe Angst dass sich alles nur noch um die Hunde dreht und vor allem um die Epilepsie. So ist das ja einfach. Meine Gedanken kreisen immer darum.
Ich möchte dass wir auch mal abends essen gehen können, dass uns unser Leben nicht so ganz aus den Händen gleitet.
Könnt ihr mich verstehen? Oder ist es schlecht wenn ich so denke?
Ganz ehrlich, ich bin zum zweiten Male verheiratet und möchte nicht dass unsere Beziehung unter der Belastung kaputt geht.
Also, natürlich soll der kleine Eddy bei uns bleiben... aber wie schaffe ich es mir so kleine Inseln einzubauen?
Wir fahren in einer Woche in den Urlaub. Eine Woche Fehmarn. Haben uns riesig drauf gefreut. Geplant war natürlich mit zwei GSS, jetzt werden es halb drei. Aber mit dreien gleichzeitig spazieren gehen, dass bekommen wir noch nicht hin.... Trotzdem haben wir uns natürlich dafür entschieden alle mitzunehmen...geht halt immer nur einer....wie habt ihr das gelernt? Ich bin nicht so Hunde erfahren wie man vielleicht meinen könnte bei drei GSS....
Ich freu mich wirklich über jeden Tipp....
Ja, meine Arbeitsstunden habe ich vor kurzen von 40 auf 32 reduziert. Obwohl mit Bosse und Maddy ging auch 40 gut...aber ich wollte mehr Zeit für sie haben. Jetzt habe ich nochmal reduziert auf 25 Stunden...das ist auch alles ganz toll, aber das Futter, die Medikamente und alles muss ja auch bezahlt werden.... Freu mich über viele Antworten und bin gespannt wie das bei Euch so läuft!!!

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Beitrag von Beata » 10.09.2017, 19:29

ich hatte bis letztes Jahr 4 Hunde. 3 Berner und 1 große Schweizerin (Tierschutzhund, aufgenommen, weil Epileptikerin). Jetzt hab ich nur noch 2 Berner, Greta und Basti sind 12-jährig letztes Jahr gestorben.

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Du allen 3-en eine Seite beim Fußlaufen zuweist, die sich auch nicht ändert, das vereinfacht vieles. Wenn Du z.B. jetzt auf jeder Seite 1 Hund hast an der Leine, dann nimm Eddy auf die Seite, wo der Hund geht, von dem Du den Eindruck hast, er orientiert sich an ihm.
Zwingend erforderlich bei mehr als einem Hund schon ist Gehorsam und ich meine damit liebevolle Konsequenz.

Wenn Du mir sagst, wie Du das mit Deinen Beiden bisher gehandhabt hast, dann kann ich mir eher ein Bild machen und Dir helfen.

Ansonsten hilft Dir vielleicht auch das, was ich vor längere Zeit mal alles so über Mehrhundehaltung & Co. geschrieben habe in einer Internet-Hundezeitung.

http://issnruede.de/?s=Beata&submit= einfach runterscrollen und da findest Du meine Artikel, such Dir aus, was Dir zusagt.

Hunde verstehen und Hunde so erziehen und führen, dass sie sich wohl und sicher fühlen und dass sie gut händelbar sind, das ist mein Anliegen seit vielen Jahren.

Das A&O von allem ist Konsequenz, nichts einfach laufenlassen.

Und was das abends mal ausgehen anbelangt: Du gehst ja auch arbeiten, das ist im Prinzip nichts anderes, Du bist weg.

Wenn die Hunde vorher mal gegangen sind, ist das kein Problem. Natürlich ist da die Epi, aber man kann (und sollte) auch zwischendurch an sich denken, denn wenn man selber nicht fit ist, kann man nicht helfen).

Und es kann ja auch sein, dass Eddy einen Anfall bekommt, wenn Du gerade 5 Minuten aus der Tür zur Arbeit bist. Will damit sagen, es ist großer Mist mit einem Epi, aber wenn man alles tut, was in seiner Macht steht, dann muss man auch zwischendurch an sich denken.
Beata mit Hannemann und Lienchen:

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(Bajado, Fietemöpschen, Louis, Gretamäuschen, Basti-Kind, Tristan-Mann und verrückter kleiner Ostfriese Karlson, ..Ihr seid immer bei uns)

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Doris21781

Beitrag von Doris21781 » 10.09.2017, 19:50

Danke Beata, das liest sich gut...manchmal habe ich ein schlechtes Gewissenwenn ich so denke! Jetzt lese ich erstmal deinen Bericht...
Ich kann dir gerne sagen wie das mit meinen Beiden bisher war.
Wir waren natürlich in der Hundeschule...sogar in drei verschiedenen...wegen Umzug...aber irgendwie machen sie was sie wollen.... sie hören manchmal super gut und manchmal gar nicht...
wenn andere Hunde kommen kann ich sie kaum halten...und bei uns geht mein Mann mit einem und ich mit einem...
das geht ja jetzt nicht mehr... und ich weiß nicht wo ich anfangen soll....
nach unserem Urlaub bekommen wir erst mal Stunden bei einer Trainerin... ich denke ohne geht es nicht!!!
Ich freu mich natürlich trotzdem auf unseren Urlaub und ich freu mich auf dass wir alle drei mitnehmen können!!!!

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Beitrag von Beata » 10.09.2017, 20:43

Du musst mit jedem einzeln trainieren erstmal den Grundgehorsam, der muss sitzen.

Das mit der Trainerin ist gut. Und guck sie Dir genau an, sie ist gut, wenn sie:

1. sich erstmal umfassend ein Bild macht
2. mit positiver Verstärkung arbeitet
3. Auf die Eigenheiten eines jeden Hundes eingeht
4. das wichtigste: über Gestik, Mimik und Hundeverhalten/Körpersprache arbeitet
5. so arbeitet, dass die Hunde darauf brennen, etwa tun zu können, weil sie verstehen, was sie sollen.

Man muss sich das so vorstellen wie wenn Du einem Chinesen, der Deine Sprache nicht spricht und Du seine nicht, etwas klarmachen willst. Das geht nur über Gestik, Mimik und Körpersprache. Und genau so müssen Hunde erzogen werden, sie müssen die Chance bekommen, zu verstehen, was man von ihnen will-Positiv!

Training muss Freude machen, für den Hund und auch für den Halter!!!

schlecht ist sie, wenn sie:

1. mit Leinenrucks arbeitet
2. alle Hunde über einen Kamm schert (es sind alles Individuen
3. Kommandos sind nicht alles, aber man sollte immer die gleichen für gleiche Sachen benutzen. Besser ist es, Körpersprache einzusetzen oder leise Stimme, ein Hund hört viel besser, wenn man leise spricht als wenn man laut ist.

Körpersprache: das A& O. Beipsiel: Dein Hund drängt vor, Du merkst es rechtzeitig und drehst wortlos um und zwar so, dass Du zu seiner Seite läufst und sozusagen durch ihn durch.

Eine kleine Übung für zu Hause schon mal (immer einzeln üben): jedesmal (!!°!!) wenn Dich z.B. Eddy ansieht von sich aus, sagst Du "guck mich an" und dann braaaav (brav deswegen weil fein und nein sehr gleich klingt und man starke Akzente braucht). Das machst Du mit jedem Hund so.

Wenn Du mit einem Hund alleine draußen übst, kannst Du eine kleine Belohnung mitnehmen und wenn er Dich ansieht "guck mich an" und gleich dahinter "braaav guck mich an" und Leckerlie. Sollst mal sehen, wie schnell die das kapieren.

Ich habe immer alleine (mein Mann war zwar mit, aber ich hatte sie zu Viert besser zusammen) 4 an der Leine oder im Freilauf gehabt, ich habe nur so gearbeitet. Erst mit jedem einzeln und dann zu zweit und dann als Rudel.

Aber das liest Du ja alles in den Berichten.
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Doris21781

Beitrag von Doris21781 » 11.09.2017, 10:33

Ganz großen Dank.... da werde ich mich jetzt durchlesen.... und mal direkt Guck mich an...umsetzen...
Genau so eine Trainerin hatten wir leider bisher nicht, wir haben ins Fell gegriffen und den Hund zurückgezogen... und das immer wieder.... jetzt freue ich mich auf diese andere Art!!!!
Weißt Du was das Beste ist... wenn ich das hier lese bekomme ich das Gefühl ich schaffe das mit den drei Großen!!! Das lässt meine Unsicherheit verschwinden und ich denke ich bekomme das hin! Werde dran arbeiten!!!

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Beitrag von Beata » 11.09.2017, 13:42

Doris21781 hat geschrieben: Ganz großen Dank.... da werde ich mich jetzt durchlesen.... und mal direkt Guck mich an...umsetzen...
Dafür nicht, das mache ich gerne und wenn Du meine ganzen Berichte in der Internet-Zeitschrift durch hast, wirst Du auch wissen, wie ich ticke und wie wichtig es mir ist, dass Mensch und Hund sich verstehen und dass vor allem Hunde begreifen dürfen.

Doris21781 hat geschrieben: Genau so eine Trainerin hatten wir leider bisher nicht, wir haben ins Fell gegriffen und den Hund zurückgezogen... und das immer wieder.... jetzt freue ich mich auf diese andere Art!!!!


Weg mit so einem Trainer!!!
Die meisten wollen den schnellen Erfolg und geben den Hunden überhaupt keine Chance begreifen zu dürfen, was von ihnen verlangt wird. Das führt zu Frust bei Hund und Halter. Stell Dir mal vor, ein Chinese würde Dir sagen wollen, dass Du Dich hinlegen sollst auf eine Liege und er sagt Dir das auf chinesisch. Du begreifst gar nichts. Und dann wird er ungeduldig und drückt Dich runter und zwingt Dich, Dich hinzulegen. So geht es den Hunden bei solchen Trainern.

Es gibt ganz viele kleine Tricks, mit denen Du mit Deinen Hunden (erstmal einzeln) etwas üben kannst und sie Dir am Ende gespannt an den Lippen hängen.
Und Du musst lernen Körpersprache zu lesen!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Achte mal auf Deine Hunde untereinander, wie sie sich etwas sagen und wie ihre Körperhaltung dabei ist. Du musst sie lesen lernen, damit Du kleinste Veränderungen auf dem Spaziergang bemerken kannst und somit schneller als die Hunde agieren kannst.

Doris21781 hat geschrieben:Weißt Du was das Beste ist... wenn ich das hier lese bekomme ich das Gefühl ich schaffe das mit den drei Großen!!! Das lässt meine Unsicherheit verschwinden und ich denke ich bekomme das hin! Werde dran arbeiten!!!


Richtig so! Genau die richtige Einstellung und vor allem, sich zu sagen, ich schaffe das.
Das erste ist, sich zu sagen innerlich: ich bin der Boss!!!! Und dann noch mal und noch mal und noch mal, so lange bis Du es intus hast.

Setz Dir kleine Ziele...mit jedem Hund einzeln. Einzeln ist erstmal wichtig, damit keine Ablenkung da ist und Du Dich konzentrieren kannst. Zudem kannst Du das "guck mich an" immer im Alltag einbauen, denn irgendwann guckt Dich ja immer einer an und dann sagst Du eben einfach das Kommando und lobst ihn.

Draußen (einzeln) nimmst Du einen Hund an die Leine, hältst ihn erstmal ohne Ablenkung neben Dir und gehst ganz langsam und bleibst auch zwischendurch immer mal stehen, einfach so, ohne Worte. Wenn Du das eine Weile machst (mit Pausen dazwischen, wo er schnüffeln darf), wirst Du sehen, dass er Dich immer öfter verwundert ansieht, was denn nun ist. Dann kannst Du das Kommando anbringen und bringst den Hund dazu, auf Dich zu achten.

Hält er nicht mit Dir zusammen an, drehst Du Dich zu ihm um (ohne ihn anzusehen und ohne Worte) und schiebst ihn einfach beiseite und gehst ein Stück zurück auf dem Weg durch ihn durch.

Und.... weise jedem Hund einen Platz an Deiner Seite bei, der auch bleibt!

Solltest Du Worte benutzen müssen wegen Kommandos o.ä.: leeeeeise... ruuuuige leise Stimme!

Deine Hunde lernen auf diese Weise auf Dich zu achten. Bau Abwechslung ein (mit jedem einzeln). Lass sie eine Weile auf dem Spaziergang schnüffeln, so dass sie ihren Spaß haben und dann nimmst Du die Leine und guckst, was Du üben kannst: um einen Baumstamm rumlaufen, einen kleinen Hang hoch oder runter, über einen Baumstamm drüber o.ä.

Und immer so, dass Du den Hund dirigierst mit Deinem Körper. Nie den Hund irgendwo hinziehen (er ist eh stärker), sondern ihn mit Deinem Körper dorthin schieben, wohin Du ihn hinhaben willst, ER MUSS WEICHEN. Das bringt die Hunde dazu, auf eine sanfte Art, auf Dich zu achten.

Wenn Du einen Hund lobst, dann lob ihn so, dass er sich freut, ohne auszuflippen. Jeder Hund ist anders.

Jedes Training ist spannend, wenn der Hund anfängt auf Dich zu achten, weil er gespannt ist, was als nächstes kommt.

Wenn Du Interesse hast, das ist mein anderes Forum: www.sshforum.de
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